Bargeldabschaffung – wie ist die Situation in Deutschland

Immer häufiger hört man aktuelle Diskussionen zum Thema Bargeldabschaffung. Der Blick auf andere Länder zeigt, dass eine Zukunft ohne Bargeld gar nicht mehr so weit weg ist. Vorreiter in Sachen bargeldloses Leben sind die skandinavischen Länder, allen voran Schweden. Dort liegt der Anteil von Bargeldzahlungen bei unter einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). In Deutschland liegt er noch bei etwas mehr als neun Prozent.

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Doch auch hierzulande nimmt die Anzahl der Internet- und Kartenzahlungen zu. 2024 gab es 7,9 Milliarden Bezahlvorgänge mit girocard, über fünf Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2023. Es wurde so häufig mit Karte bezahlt wie nie zuvor. Und: Immer häufiger werden auch kleine Beträge mit Karte bezahlt. Damit sinkt die Durchschnittssumme auf unter 40 Euro.

Insgesamt haben jedoch die Barzahlungen immer noch die Nase vorne: Geldscheine und Münzen kamen 2024 bei fast 55 Prozent der rund 20 Milliarden Bezahlvorgänge zum Einsatz.
 

Welche Vor- und Nachteile hätte eine Welt ohne Bargeld?

In Schweden sind Dinge, die in Deutschland noch undenkbar wären, bereits Alltag. Wer dort beispielsweise ein Parkticket bezahlen möchte, zückt die Karte oder gar das Handy aus der Hosentasche, anstatt mit Münzen oder Scheinen die kleinen Beträge zu begleichen

Doch die Coronakrise hat die Entwicklung in Richtung bargeldloses Zahlen auch hierzulande vorangetrieben. Viele Läden fingen an, zum Infektionsschutz um kontaktloses Zahlen zu bitten oder gar kein Bargeld mehr anzunehmen. 
Hierbei schien es sich aber eher um ein psychologisches Moment gehandelt zu haben. Sowohl die Deutsche Bundesbank als auch Virologen schätzten das Infektionsrisiko durch die Nutzung von Bargeld als sehr gering ein.

Auch wenn solche extremen Fälle wie die Ablehnung von Bargeldzahlungen noch sehr selten sind, liegt die Vermutung nahe, dass auch wir uns immer weiter in die gleiche Richtung wie Schweden bewegen.

Aber hat die Kartenzahlung ausschließlich Vorteile?

In der Öffentlichkeit werden mittlerweile sogenannte Blackout-Szenarien stark diskutiert. Gegner der Bargeldabschaffung fürchten Situationen, in denen weder Geld am Automaten verfügbar ist noch der elektronische Zahlungsverkehr funktioniert. Im Falle eines solchen Blackouts wären zumindest Barzahlungen mit einer zu Hause aufbewahrten Notreserve noch möglich.

Auch in Skandinavien möchte man mehr Krisenfestigkeit. In Schweden rief im November 2024 das Verteidigungsministerium die Bürger dazu auf, weiterhin Bargeld zu verwenden und eine Notfallreserve zu Hause aufzubewahren. In Norwegen sind Händler gesetzlich zur Annahme von Bargeld verpflichtet.

Die Deutsche Bundesbank sprach davon, dass auch in Krisenzeiten eine ausreichende Bargeldversorgung gegeben sein müsse.

In Ausnahmefällen könnten allerdings auch Gold oder Edelmetalle als Zahlungsmittel in Erwägung gezogen werden.

Test

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